RSS von Duckhome
Beim hören und Lesen und von Nachrichten zum Euro kann es einem vorkommen als ob gleich das Licht ausgeht. Wilde Horden von Spekulanten wollen den Euro mit Hebeln in die Niederungen einer Weichwährung stoßen. Nun ist es mit Hebeln so eine Sache. Um die Hebel anzusetzen haben sie sich Griechenland ausgesucht. Ob Griechenland oder einige andere wirtschaftliche Leichtgewichte dazu taugen eine Währung wie den Euro auszuhebeln ist mehr von Wunschdenken als von realen Wirtschaftsdaten getragen. Kräfte von Hebeln wirken in beiden Richtungen. Wer Hebel ansetzt, muss auch damit zurechtkommen. Als Auflage dient die Unzufriedenheit der Märkte mit dem Euro. Seit wann haben Märkte Empfindungen?
Für den Außenwert einer Währung ist immer noch der Saldo der Handelsbilanz ausschlaggebend. Der von vielen apokalyptischen Ökonomen scheinbar als altmodisch betrachtete Außenhandelssaldo des Euroraumes weist ein deutliches Plus aus. Die Nachfrage nach Produkten aus der Eurozone ist zwar nachlassend aber stetig. Im Klartext bedeutet das, Europa kann den Gegenwert seiner benötigen Güter mit selbst produzierten Erzeugnissen und Dienstleistungen bezahlen. Die verschuldete europäische Südschiene mit Griechenland kann als Argument für den sinkenden Außenwert des Euro auch nicht so recht überzeugen. Die Schulden lauten fast ausschließlich in Euro, sind deshalb eine innere Angelegenheit des Euroraumes und haben real mit dem Verhältnis zum Dollar keine Bedeutung. Gewiss sind die Probleme im Euroraum wegen wirtschaftlicher Ungleichgewichte nicht zu unterschätzen. Auch zu Zeiten der D Mark gab es ein wirtschaftliches Süd Nord Gefälle in Deutschland, das bis heute fortbesteht. Wer es nicht glaubt, sollte einfach die ökonomische Situation von Baden Württemberg mit der von Mecklenburg Vorpommern vergleichen. Niemand kam auf die fixe Idee daraus eine Schwäche der D Mark abzuleiten.
Für Griechenland und viele andere Staaten in der jüngeren und älteren Geschichte sind Insolvenzen nichts Neues und oft praktiziert worden. Zu einer Insolvenz gehört ein Schuldenmoratorium. Es wird festgestellt ob der Schuldner wirtschaftlich in der Lage ist Zinsen zu zahlen und Gläubiger ganz oder teilweise auf Forderungen verzichten müssen. Das ist bitter für die Gläubiger, aber eine reale Chance auf Minderung der Verluste. Alles wiederhaben zu wollen geht an den wirtschaftlichen Tatsachen vorbei. Auf die wirklich bestechende Idee der griechischen Demonstranten, die weitgehend steuerbefreite griechische Oligarchie zur Schuldentilgung heranzuziehen, ist bei der EZB und den Banken noch keiner gekommen.
Die von der Bundeskanzlerin propagierte Alternativlosigkeit des Rettungspakets bedeutet nichts anderes als, Diskussion unerwünscht. „Alternativlos“ ist die Fortsetzung von „Basta“ durch ihren Amtsvorgänger Schröder. Beides zerstört die Demokratie. Der Bürger erwartet von seinem demokratisch gewählten Parlament, dass es seine Interessen vertritt und nicht die von Bankeneigentümern. Der kleine Dienstweg vom Kanzleramt zu den Banken ersetzt keine politische Debatte. Banken sind völlig undemokratisch, sie folgen ihrem Eigeninteresse. Beim diskutierten herumgeisternden Licht am Ende Tunnels kann es sich nur die Nahtoderfahrung der Demokratie handeln.
